Von Krisen und Chancen


Vor kurzem las ich ein Zitat von Max Frisch: “Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack von Katastrophe nehmen”. Ich überlegte kurz und dachte: Stimmt 😉.


Die vergangenen zwei Jahre hatten rückblickend den Anschein einer Dauerkrise. Zu einer Katastrophe ist es in den meisten Fällen nicht gekommen. Es kann sich also lohnen, den Blickwinkel zu ändern und Krisen als Möglich-Macher zu betrachten.


Um die Perspektive zu ändern und die durch das Corona Virus bedingte Situation beispielsweise nicht nur als Krise sondern auch als Fortbildungsmaßnahme zu sehen, sind folgende Eigenschaften notwendig:

1. Akzeptanz:

Zu akzeptieren, dass Situationen so sind, wie sie sind. Und zwar genau so, ohne dass wir direkten Einfluss auf sie haben. Die Fähigkeit der Akzeptanz ist ebenso hilfreich wie notwendig, um in herausfordernden Zeiten den Kopf über Wasser zu halten.

Denn: vom Aufregen oder Katastrophisieren allein wird sich die Situation vermutlich nicht verbessern. Der US-amerikanische Theologe Reinhold Niebuhr verfasste folgendes Gebet, das gut zum Thema Akzeptanz passt:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.

Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.

Und die Weisheit, das Eine vom Anderen zu unterscheiden."

Eine Krise weist meist offen auf Optimierungsbedarf hin. Vor Corona wurde oft über die Notwendigkeit der Digitalisierung gesprochen. Inzwischen ist auf dem Gebiet viel passiert. So gesehen, unterstützt durch die Krise.


2. Vertrauen:


Darauf zu vertrauen, dass es auch einen Weg aus der Krise gibt. Auch wenn noch nicht klar ist, wie der aussehen wird. Und auch wenn es sich gerade ganz gruselig anfühlt, ist es wichtig, Vertrauen zu haben. Zum einen Vertrauen in sich selbst und gleichzeitig darauf zu vertrauen, dass es gut ausgeht. Wie heißt der Song noch von Mark Forster: “Egal, es wird gut... sowieso!"


Wenn der Wind sich dreht, muss man die Segel neu setzen. Das geht am besten gemeinsam. Kooperation ist in Krisen eine notwendige Tugend, die sehr hilfreich ist und aus der sich oftmals unerwartet Neues ergibt.

3. Mut:

Diese 3 Buchstaben machen viel aus. Mut. In Krisen braucht es Mut, den Katastrophisierungsgedanken Paroli zu bieten.

Mut, um alte Pfade zu verlassen und Neue zu gehen.

Insbesondere Veränderungen bedingen mutiges und entschlossenes Handeln. Kein Zaudern. Kein Jammern. Kein Klagen. Mut, etwas zu unternehmen. Mut, etwas anders zu machen. Oder sogar Mut, um etwas Anderes zu machen.

Veränderungen werden oftmals mit Verlust assoziiert. Aber ganz so (einfach) ist es nicht. Es gibt auch immer etwas, was neu hinzugewonnen werden kann, wenn wir bereit sind, es zu sehen. Wir verabschieden das, was war und begrüßen das, was kommt.

Um neue Weg entspannt und neugierig gehen zu können, ist es wiederum sehr hilfreich, wenn wir das Vertrauen auch in uns haben, um positiv gestimmt in die Zukunft zu blicken.

Das fällt natürlich nicht leicht, wenn wir uns überrascht und unwohl fühlen. Eine Krise kommt jedoch meist überraschend und ungewollt. Die eben noch gefühlte Sicherheit verabschiedet sich und wir fühlen uns wie das “Kaninchen vor der Schlange”.


Da hilft als erstes immer: atmen!

Einatmen, ausatmen und weiteratmen. Und versuchen, einen klaren Kopf zu behalten.

Dann zeigt uns eine Krise im besten Fall neue Wege und neue Möglichkeiten auf.


Nie waren wir beispielsweise dem digitalen Meldeschein so nah, wie durch die Corona Krise. Insofern dürfen wir jede Krise auch immer ein bisschen “Willkommen” heißen.


Es ist unsere Einstellung, die uns das Leben leichter oder schwerer macht. Unsere Einstellung können wir persönlich wählen. Und das übrigens jeden Tag neu!

Es lohnt sich, die Perspektive zu wechseln und sich insbesondere in Krisenzeiten zu fragen, welche Möglichkeiten und Chancen entstehen.

Viele hätten sich vor zwei Jahren noch nicht vorstellen können, den Dienstplan online zu erstellen und die Daten gleichzeitig für die Lohnbuchhaltung zu nutzen. Der Mitarbeitermangel und der Fokus auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter haben sicherlich dazu beigetragen, dass dies inzwischen für viele Betriebe zum Standard geworden ist.


Insofern kann eine Krise wirklich produktiv sein, wenn wir bereit sind, neue Möglichkeiten zu sehen und mutig genug, um neue Wege zu gehen.


Es geht also nicht um schwarz oder weiß, oder entweder oder, sondern um sowohl als auch. Eine Krise stellt auf der einen Seite eine Gefahr und Herausforderung dar und gleichzeitig ist sie Chance und Möglichkeit für die, die sich trauen, schnell zu handeln.

Diese Einstellung und den Mut wünschen wir Euch und dazu noch einen Partner auf Augenhöhe mit dem Ihr Euch austauschen könnt. Denn auch das hilft ungemein in Krisenzeiten.

In diesem Sinne

eine gute Zeit für Euch

Eure Britta und Stefan